Was sind Mudras und wofür sind sie gut?

Aktualisiert: 21. Dez 2020




Mudras sind Gesten, die dazu führen, Energien durch unseren Körper zu lenken und sie sind ein wichtiger Bestandteil der Yogapraxis. Doch tatsächlich werden die Gesten (oftmals Finger- und Handmudras) noch nicht bei allen westlichen Yogis auch praktiziert.

Das Chin oder Anjali (Namaskar) Mudra sind wahrscheinlich die bekanntesten Mudras, doch was sie bewirken und bedeuten wissen die wenigsten. Deshalb möchte ich auf die beiden Hand- bzw. Fingergesten genauer eingehen.

Im Yoga geht man davon aus, dass das Befinden des Menschen von Prana abhängt. Prana ist die Lebensenergie, die wir beim Einatmen (Sauerstoff) aufnehmen. Prana fließt durch unsere Energieleitbahnen (Nadis) in unserem Körper. Wir haben circa 72.000 röhrenartige Nadis, die sich durch unseren Körper ziehen. (laut Hatha Yoga Pradipika) Solange alle Nadis frei sind und die Energie gut durchfließen kann, sind wir gesund und munter. Sind diese Energieleitbahnen verstopft, wird der Körper nicht ausreichend mit Prana versorgt und wir fühlen uns antriebslos und schlapp.

Aber noch mal einen Schritt zurück: Prana fließt also durch unsere Nadis, auch durch unsere Chakren und durch unsere Hände sowie Finger. Es befinden sich in unseren Händen auch Fingerchakren und hier fließt das Prana genauso durch. Abgedreht was?

Durch bestimmte Finger- oder Handgesten können wir diese Energie lenken und beeinflussen. Ich erkläre es an einem leichten Beispiel. Die Körperhaltung, wenn jemand die Schultern hängen lässt, ist eindeutig, und zwar lässt man sich hängen und das hat tiefenpsychologisch eine Wirkung auf unseren Körper. Genauso habe ich mal gelesen, dass in einer Studie untersucht wurde, dass Menschen, die jeden Tag eine Siegerposition einnehmen (Arme nach oben. Yeah!), nach einiger Zeit bei den Probanden mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit festgestellt konnte. Also lässt sich festhalten, die Körperhaltungen, die wir am Tag einnehmen, haben einen Einfluss auf unseren Körper. Warum sollte das also bei den Mudras anders sein?

1. Chin Mudra

Wirkung: Das Chin Mudra auf dem Bild wird häufig in Meditationen verwendet und ist eine Handhaltung des Empfangens. Dieses Mudra lässt den Übenden innerlich friedlicher und harmonischer werden und verstärkt in Kombination mit regelmäßiger Meditation die intuitive Weisheit. Ganz schön cool, oder?

Ausrichtung: Die Spitze deines Zeigefingers berührt deine Daumenspitze, sodass diese beiden Finger einen Kreis bilden. Die anderen drei Finger deiner Hand sind nach vorne ausgestreckt. Es gibt auch die Variante, bei der diese Finger leicht gebeugt sind.

2. Anjali (Namaskar) Mudra


Wirkung: Das Zusammenbringen der Handflächen verbindet dich wieder mit dir selbst und all deinen Gegensätzen. Diese Geste sorgt für Ausgleich und Balance in deinem Inneren – eine Verbindung zum wahren Selbst schaffen.

Ausrichtung: Bringe deine Handflächen in der Höhe deines Herzchakras zusammen und lege deine Daumen an deiner Brust ab. Spüre in dich und deinen Herzraum hinein und merke wie die Energie durch deinen Körper fließt. Verneige dich vor dir selbst und verbinde dich mit dir, deinem Körper, deiner Seele, deinem Selbst.